Einfluss von Sorgen auf emotionale Reaktivität im Alltag mittels Ecological Momentary Assessment (EMA)

Besonders gefällt mir, dass diese Forschungsmethode es ermöglicht, Zustände der Probanden ökologisch valide unmittelbar in ihrem Alltag zu erfassen. Dadurch können Erkenntnisse gewonnen werden, die näher an der Erlebenswelt von Personen liegen als Ergebnisse von Laborstudien. MovisensXS ist zudem extreme benutzerfreundlich und eröffnet mir mehr Optionen, als ich erwartet habe, sodass ich dazu inspiriert werde, noch mehr Daten zu erheben und meine Fragestellungen zu erweitern.

Sara Hügel

At a Glance

Study-Facts

  • Context: Master Thesis
  • Number of participants: 60
  • Number of days per participants: 4
  • Number of prompst per Day: 11
  • Number of Items: about 20

Study

Ziel dieser Pilotstudie ist es, den Einfluss von Sorgen auf emotionale Reaktivität im Alltag mittels Ecological Momentary Assessment (EMA, Trull & Ebner-Priemer, 2013) zu untersuchen. An einer nicht-klinischen Stichprobe, die anhand des Penn State Worry Questionnaires (PSWQ; Meyer, Miller, Metzger, & Borkovec, 1990; German version: Stöber, 1995) in Niedrig- und Hochsorger eingeteilt wird, werden folgende, aus der Vermeidungstheorie der Sorgen (Borkovec et al., 2004) und der Contrast Avoidance Theory (Newman & Llera, 2011) abgeleitete Hypothesen empirisch überprüft:

1) Die Häufigkeit der Sorgen während des EMA-Erhebungszeitraums korreliert mit der Intensität negativer Emotionen während des EMA-Erhebungszeitraums (1a) unter Kontrolle der Faktoren dispositionelle Sorge (1b); vorangegangene Stimmung (1c) und vorangegangene Stressoren (1d).
Probanden reagieren mit weniger negativen Emotionen auf Stressoren, wenn sie sich zuvor viele Sorgen gemacht haben.

2) Die Häufigkeit der Sorgen während des EMA-Erhebungszeitraums korreliert signifikant mit der dispositionellen Sorge zur Voruntersuchung (2a) und mit vorangegangenen Stressoren während des EMA-Erhebungszeitraums (2b) bzw. zum Zeitpunkt der Voruntersuchung (2c) oder der Nachuntersuchung (2d).
Probanden, die hohe dispositionelle Sorge zur Voruntersuchung aufweisen machen sich während des Ema-Erhebungszeitraums häufiger Sorgen als Probanden, die geringe dispositionelle Sorge aufweisen.

3) Die dispositionelle Sorge hat einen positiv signifikanten Effekt auf die subjektive Beeinträchtigung/Unkontrollierbarkeit durch/von Sorgen während des EMA-Erhebungszeitraums (3a) unter Kontrolle der Faktoren Häufigkeit der Sorgen während des EMA-Erhebungszeitraums (3b); vorangegangene Stimmung (3c) vorangegangener Stressor während des EMA-Erhebungszeitraums (3d) bzw. zum Zeitpunkt der Voruntersuchung (3e) oder der Nachuntersuchung (3f).
Es handelt sich um eine Pilotstudie, die später an Probanden mit generalisierter Angststörung durchgeführt werden soll.

a) Vorgehen

Zunächst werden die Probanden an einer Voruntersuchung teilnehmen, bei der über Ziel und Ablauf der Studie aufgeklärt und die schriftliche Einverständniserklärung eingeholt wird. Ebenso wird eine Baseline verschiedener psychologischer Konstrukte (Penn State Worry Questionnair, Becks Depression Inventory usw.) ermittelt. Im Anschluss erfolgt eine Einführung in die Nutzung der App, ein Testdurchlauf sowie die Aushändigung eines Handbuchs mit Anweisungen zur Nutzung der App.
Der Zeitraum der Smartphone-Erhebung beginnt am folgenden Donnerstag und endet am folgenden Sonntag. In diesen vier Tagen protokollieren die Probanden Sorgen, Stimmungen und Stressoren, elfmal täglich auf ihrem Smartphone.
In der anschließenden Woche, an einem Montag, Dienstag oder Mittwoch erfolgt eine Nachuntersuchung, bei der Unklarheiten geklärt werden können.
Erhoben werden die Häufigkeit und Beeinträchtigung durch Sorgen, Stimmung und Auftreten, sowie Inhalt und Beeinträchtigung durch einen Stressor, an vier auf einander folgenden Tagen mittels movisensXS. Alle Variablen werden im Rahmen von 10 zeitbasierten Messungen und einer ereignisbasierten Messung am Ende des Tages protokolliert:

1. Zeit-basierte Messungen/Signal-kontingent Methode: Für jede Versuchsperson wird an vier aufeinander folgenden Tagen der Zeitraum von 10:00 bis 22:00 Uhr in 10 gleich große Zeitfenster unterteilt, innerhalb derer zu zufälligen Zeiten ein akustisches Signal und ein kurzer Text daran erinnert, die von der App vorgegebenen Fragen zu beantworten.

2. Ereignis-basierte Messung/Event-kontingent: Ab 22:00, sollen die Probanden selbstständig durch Knopfdruck einen Fragebogen aufrufen, um die allgemeine Häufigkeit von Sorgen und die daraus resultierende Beeinträchtigung über den gesamten Tag, sowie das Auftreten eines belastenden Ereignisses über den gesamten Tag und gegebenenfalls dessen Inhalt und Beeinträchtigung zu dokumentieren.